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Wohnen in Berlin: Als Student in der hippen Hauptstadt leben

Nicht nur ihr Studium lockt viele junge Leute nach Berlin. Auch das Leben in der vielfältigen und angesagten Millionen-Metropole übt eine große Anziehungskraft aus. Die Freizeitmöglichkeiten sind für Studenten nirgends in Deutschland besser. In Berlin stehen Studenten für Partys, Kultur und Sport alle Türen offen. Klubs wie das Berghain nicht nur in Deutschland, sondern sogar weltweit bekannt.

Dem ersten Elan nach der Zusage des Studienplatzes folgt bei nicht wenigen jungen Leuten Frust über die Wohnungssuche. Immer mehr Menschen strömen in die Hauptstadt, die aktuell rund vier Millionen Einwohner hat. Der Zustrom sorgt für Wohnungsknappheit und steigende Mieten. Studenten fällt es daher immer schwerer, ein bezahlbares WG-Zimmer oder eine kleine eigene Wohnung in der hippen Hauptstadt zu finden. Nicht wenige junge Leute pendeln in den ersten Wochen oder schlafen vorrübergehend bei Bekannten. Auf diesem Info-Portal geben wir in der angespanntne Lage Tipps zum Wohnen als Student in Berlin:

  • Welche Stadtteile sind am angesagtesten?
  • Welcher Kiez ist bezahlbar, aber keine Ewigkeit von der Universität entfernt?
  • Wie funktioniert die Mietpreisbremse überhaupt?
  • Und was muss ich als Student bei der Wohnungssuche in Berlin beachten?

Berliner Wohnungen werden nicht nur für Studenten teurer

Laut offiziellem Mietspiegel kostete ein Quadratmeter Wohnfläche in Berlin im Jahr 2014 durchschnittlich 5,84 Euro kalt. Das bedeutet einen Anstieg von 30 Cent im Vergleich zum Vorjahr. Bei einer 60-Quadratmeter-Wohbnung macht dies einen Anstieg von 24 Euro pro Monat aus – ohne Nebenkosten. Wohnungsboerse.net stellte bei den neuen Inseraten für eine 30-Quadratmeter-Wohnung von 2011 bis 2015 einen starken Preisanstieg fest. Kostete die kleine Wohnung damals noch 8,11 Euro warm, ist sie heute mit allen Nebenkosten für 14,82 Euro zu haben – in nur vier Jahren sind die Preise bei einer Neuvermietung einer kleinen Wohnung um 80 Prozent gestiegen.

Obwohl die Mieten in Berlin deutlich gestiegen sind, gehört die Hauptstadt noch immer zu den günstigeren Großstädten in Deutschland…

Seit Jahren sind die Mietpreise in Berlin deutlich stärker angestiegen als in anderen Großstädten. Dennoch können Studenten in Berlin weiterhin deutlich günstiger wohnen als zum Beispiel in München oder Hamburg. In München müssen Mieter laut Immobilienscout24 durchschnittlich mehr als 10 Euro kalt pro Quadratmeter und damit fast 4,50 Euro pro m² mehr als in der Hauptstadt bezahlen.

Mietpreisbremse soll Studenten Wohnen in Berlin ermöglichen

Die sprunghaft steigenden Mieten haben den Berliner Senat dazu veranlasst, in den Wohnungsmarkt einzugreifen. Als erstes Bundesland hat Berlin zum 1. Juni 2015 die Mietpreisbremse eingeführt. Wohnungen dürfen bei einer Wiedervermietung nur noch zu einem bestimmten Prozentsatz erhöht werden. Früher war es üblich, dass die Miete nach einem Auszug um 20 bis 50 Prozent stieg. Jetzt dürfen Wohnungen in Berlin nicht mehr als 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausgenommen sind Neubauten und rundum sanierte Wohnungen. Außerdem gilt bei überteuerten Verträgen Bestandsschutz – Studenten können also nicht gegen vor dem 1. Juni 2015 geschlossene Mietverhältnisse vorgehen.

Die Mietpreisbremse soll beispielsweise so funktionieren: Der Vormieter zahlte für seine 75 m² kalte Wohnung 500 Euro kalt. Die ortsübliche Vergleichsmiete liegt bei 600 Euro. Da der Vermieter 10 Prozent aufschlagen darf, kann die Wohnung für maximal 660 Euro kalt angeboten werden.

Inwieweit die Mietpreisbremse eingehalten wird oder durch Tricks umgangen wird, ist kurz nach der Einführung noch nicht untersucht. Auf jeden Fall erleichtert die Aufhebung des Maklerprinzips Studenten das Wohnen in Berlin. Früher mussten Mieter meistens Provisionen zahlen. Nun muss der Vermieter die Kosten für den Makler übernehmen, weil der Auftrag für die Vermittlung von ihm selbst ausging. Der Mieter muss nur für die Provision aufkommen, wenn er selbst aktiv einen Vermittler beauftragt hat.

Studentenwohnheime in Berlin aktuell belegt

Nicht nur auf dem freien Wohnungsmarkt, auch auf der Suche nach einem Platz im Studentenwohnheim ist die Konkurrenz groß. Es herrscht ein so gewaltiger Andrang auf die 9.500 Wohnheimplätze, dass das Studentwerk aktuell keine sofortigen Zusagen geben kann. Stattdessen müssen Studenten auf einer Warteliste Platz nehmen und darauf hoffen, im Nachrücken in eines der Studentenwohnheime aufgenommen zu werden. Dort ist das Wohnen für Berliner Studenten zudem deutlich günstiger als ein privat vermietetes WG-Zimmer oder eine kleine Wohnung. Deshalb empfiehlt es sich, die Bewerbung so schnell wie möglich abzuschicken. Für den Start in einer fremden Stadt ist es schließlich praktisch, mit vielen gleichaltrigen Menschen mit ähnlichen Interessen zusammen zu wohnen. Dabei haben Studenten die Wahl zwischen WG-Zimmern, kleinen Appartments und größeren Wohnungen.

Es ist aber nicht sicher, dass das Studentenwerk den Wunsch auf einen Platz im Wohnheim erfüllen kann. Angehende Akademiker können zumindest ihre Chancen erhöhen, indem sie sich auf drei Wohnheime gleichzeitig bewerben. Natürlich sollte man sich selbst aufgrund des begrenzten Platzes gleichzeitig auf die Suche nach einer WG oder einer kleinen Wohnung machen.

Studieren in Berlin: Universitäten im Westen der Stadt

Mit neun Unterkünften befinden sich die meisten Studentenwohnheime in Charlottenburg und damit in der Nähe der Technischen Universität sowie der Universität der Künste.Nur einen Katzensprung von den Gebäuden entfernt schließt sich auch der Zoologische Garten an. Bei beiden Unis ist die Anbindung an die U-Bahn-Linien U1 oder U2 von Vorteil – auch per S-Bahn können sowohl TU als auch UDK gut erreicht werden.

Am abgeschiedensten liegt die Freie Universität im Südwesten der Stadt in Dahlem. Sie ist für die meisten Studenten nur mit teilweise mehrfachem Umsteigen und längerer Fahrtzeit zu erreichen. Direkt zur FU führen die U3 in Richtung Thielplatz sowie die S1 nach Lichterfelde. Die Humboldt-Universität liegt in der Nähe der Friedrichsstraße im Herzen der Haupstadt und ist somit aus allen Teilen Berlins für viele Studenten am besten zu erreichen.

Adressen der Berliner Universitäten

  • Humboldt Universität Berlin: Unter den Linden 6, 10099 Berlin
  • Freie Universität Berlin: Kaiserswerther Str. 16-18,14195 Berlin
  • Technische Universität Berlin: Straße des 17. Juni, 10632 Berlin
  • Universität der Künste: Fasanenstraße 1B, 10623 Berlin

Berliner Szene-Bezirke für Studenten

Obwohl die Universitäten im Westen der Stadt liegen, wohnen viele Studenten deutlich weiter östlich. Natürlich gibt es auch in den westlichen, bürgerlichen Stadtteilen wie Charlottenburg, Wilmersdorf oder Schöneberg viele junge Leute. Doch noch weitaus mehr Studenten nehmen eine längere Fahrtzeit in Kauf, um in den Szene-Bezirken wie dem multikulturellen Kreuzberg (Studentenwohnungen in Kreuzberg), dem Feier- und Flohmarktviertel Friedrichshain (Studentenwohnungen in Friedrichshain) oder im auch bei Familien beliebten Prenzlauer Berg zu leben. In diesen beliebten Kiezen sind die Mieten immerhin günstiger als in Mitte, aber deutlich höher als im Berliner Durchschnitt (11,29 €/m² laut wohnungsboerse.net für neu vermietete Wohnungen). Zwar liegt in diesen angesagten Teilen Berlins die Universität nicht vor der Tür, dafür gibt es unzählige Freizeitmöglichkeiten für Studenten. Insbesondere in Friedrichshain und Kreuzberg oder im Prenzlauer Berg treffen sich viele junge Leute zum Entspannen und für Partys. Auch das einst verrufene Neukölln (Studentenwohnungen in Neukölln) hat sich in letzter Zeit zu einem begehrten Wohnort für Studenten entwickelt. Hier haben sich einige Straßen mit hippen Bars und Klubs gebildet.

Wer noch etwas günstiger, aber dennoch gut angebunden leben möchte, kann sich als Student für Ortsteile wie Lichtenberg, Treptow oder auch Wedding entscheiden. Hier sind die Mieten noch niedriger als im Berliner Durchschnitt. Trotzdem ist das Leben hier alles andere als langweilig.

Tipp: Als Anhaltspunkt für eine gute Lage gilt unter Berlinern der S-Bahn-Ring, der einmal rund um die Stadt fährt. Innerhalb des Rings sind alle Orte im Normalfall innerhalb von einer Dreiviertelstunde zu erreichen. Auch deutlich außerhalb des Rings ist man aber keinesfalls komplett aus der Welt, da die S-Bahnen im Abstand von wenigen Minuten in die Stadt fahren. Das Wohnen in etwas entlegeneren Bezirken wie Steglitz oder Spandau ist außerdem preiswerter als in bester Lage. Natürlich liegt es letztendlich auch an den Ansprüchen und am Geldbeutel des Studenten, für welche Gegend er sich entscheidet. Darüber hinaus muss man bei der großen Konkurrenz auch erst einmal überhaupt den Zuschlag für eine WG oder ein Zimmer erhalten.

Tipps für Studenten: Wohnen in Berlin

Die Wohnungssituation in Berlin spitzt sich momentan immer weiter zu. Damit Studenten trotzdem so schnell wie möglich ihr eigenes kleines Reich finden können, haben wir einige allgemeine Tipps zur Wohnungssuche zusammengefasst. Insbesondere am Anfang kann es sinnvoll sein, nicht zu hohe Ansprüche zu stellen und erst einmal überhaupt als Student in Berlin anzukommen.

  • Vor Ort suchen: Es ist wesentlich leichter, direkt vor Ort nach einem WG-Zimmer oder einer Wohnung Ausschau zu halten. Da die Wohnungssuche erfahrungsgemäß mehrere Bewerbungen und manchmal sogar Monate umfasst, ist es wichtig, zeitlich flexibel zu sein. Aus der Fremde fällt das oft schwer.Wer gastfreundliche Bekannte hat, kann sich für den Start einige Tage einquartieren. Notfalls können Studenten auch im Hostel oder der Jugendherberge schlafen. Für einen längeren, aber dennoch begrenzten Zeitraum kann auch eine Zwischenmiete ab einem Monat eine Option für sein. Auch möbliertes Wohnen auf Zeit ist zum Start des Studiums denkbar.
  • Gut vorbereiten: Vermieter legen Wert auf vollständige Unterlagen: Deshalb ist es sinnvoll, rechtzeitig eine SCHUFA-Auskunft einzuholen, die Eltern bei Bedarf um eine Bürgschaft zu bitten sowie sich beim Vermieter eine Mietschuldenfreiheit ausstellen zu lassen. Als Alternative bietet Immoscout24 mittlerweile auch eine Mietzahlungsbestätigung an. Alle Unterlagen sollten am besten mehrfach kopiert und in einer Mappe gesammelt werden – beziehungsweise für das Versenden per E-Mail in einem Ordner bereitstehen.
  • Genug Geld mitbringen oder Abstriche machen: Wer nur in den Szene-Kiezen sucht, muss definitiv genügend Geld und Geduld haben. 400 Euro für ein WG-Zimmer sind für Studenten-WGs in Berlin üblich. Wer Abstriche bei der Lage machen kann oder muss, findet oftmals deutlich günstigeren Wohnraum. Beispielsweise sind die Studentenwohnheime in Steglitz oder Rheinickendorf zwar etwas außerhalb, dafür sind die Chancen besser, einen Wohnheimplatz für den Start in ein neues Leben zu erhalten. Es ist aber wichtig, auf eine gute Anbindung durch die S-Bahn und die Lage zur Universität zu achten.
  • Vernetzen & Kontakte nutzen: WG-Bewohner entscheiden anders als Vermieter oft nicht nach Zahlen, sondern aus dem Bauch heraus. Hier zählt vor allem, sympathisch aufzutreten. Über Freunde können in sozialen Medien oder in der Realität oft Kontakte hergestellt werden, so dass es erste Gemeinsamkeiten gibt. Darüber hinaus kann es auch hilfreich sein, in Online-Portalen selbst aktiv zu werden und sich in einer kreativen Anzeige vorzustellen. Oft entscheidet schließlich
    schon der erste Eindruck. Online kann auch Kontakt zu Vermietern aufgenommen werden.